Tagung zur Vorbereitung eines editionswissenschaftlichen Handbuchs

Heidelberg, Donnerstag, 22. September, 14:00 Uhr, bis Samstag, 24. September 2016, 14:00 Uhr
Ort: Heidelberger Akademie der Wissenschaften

Die Tagung nimmt die Fragment gebliebenen Bemühungen um ein editionswissenschaftliches Wörterbuch wieder auf, die Gunter Martens, Winfried Woesler und andere in den neunziger Jahren vorangetrieben haben und die in den 2013 erschienenen Sammelband »Editorische Begrifflichkeit. Überlegungen und Materialien zu einem ›Wörterbuch der Editionsphilologie‹« () eingemündet sind.

Die Vorträge auf dieser Tagung sind problemorientiert und verhalten sich nicht primär definitorisch fixierend zu editorischen Begrifflichkeiten. Methodisch liegt dieser Ausrichtung die Vorstellung zugrunde, dass Begriffe in Gegenstandsbereiche der Textüberlieferung eingeführt werden, weil man ihnen eine bestimmte Leistung bei der kritischen Klärung editorischer Problemlagen zuschreibt. Die Vorträge werden zunächst den Problemzusammenhang beschreiben, auf den eine bestimmte Begrifflichkeit zu antworten sucht und sodann die spezifische Leistung des begrifflichen Konzepts bestimmen.

Gunter Martens:
Wie nenn’ ich es? Probleme der editorischen Begrifflichkeit
(Vortrag vom 31. Mai 2016 mit einer Einführung von Roland Reuß)

 

Tagungsprogramm

Donnerstag, 22. September 2016

14:00   Roland Reuß (Heidelberg): Begrüßung

I   Moderation: Roland Reuß

14:30–15:00   Christian Walt (Zürich): Entzifferung

15:00–15:30   Hubert Thüring (Basel): Zum Begriff der Streichung

15:30–16:00   Martin Endres (Leipzig) und Axel Pichler (Stuttgart): Konstellation

16:00–16:45   Kaffeepause

II   Moderation: Almuth Grésillon

16:45–17:15   Kathrin Nühlen und Sophia Victoria Krebs (Wuppertal): Zur textgenetischen Klassifikation von Überlieferungsträgern. Kriterien, Gruppierungen und Bezeichnungen

17:15–17:45   Joana van de Löcht (Heidelberg): Vom Changieren der Begriffe bei autorpublizierten Tagebüchern

17:45–18:15   Gabriele Wix (Bonn): Montage

19:30   Gemeinsames Abendessen

Freitag, 23. September 2016

III   Moderation: Janina Reibold

9:30–10:00   Felix Christen (Zürich): Crux vs. Textverderbnis

10:00–10:30   Winfried Woesler (Osnabrück): Zu Begriff und Praxis der Normalisierung bzw. Modernisierung von Graphie und Orthographie

10:30–11:00   Hans-Peter Nowitzky (Jena): Die Tücken der Normalisierung

11:00–11:45   Kaffeepause

IV   Moderation: Peter Staengle

11:45–12:45   Roland Reuß (Heidelberg): Pragmatische Vorschläge zur Erarbeitung eines Handbuchs der Editionswissenschaft

Diskussion

12:45–14:00   Mittagspause

14:00–15:30   Janina Reibold (Heidelberg): Begriffe der Editionswissenschaft

Uwe Maximilian Korn (Heidelberg): Kanonische Editionen? Diskussion einer Liste

Diskussion

15:30–16:15   Kaffeepause

V   Moderation: Felix Christen

16:15–16:45   Martin Baisch (Hamburg): Fassung – Version – Bearbeitung. Perspektiven der germanistischen Mediävistik

16:45–17:15   Franziska Militzer (Heidelberg): Der Fassungsbegriff in der Musikwissenschaft

17:15–17:45   Daniel Ehrmann (Salzburg): Das Andere des Textes. Zur textkritischen Konstitution von Werken durch Authentizität und Autorisation

19:00   Gemeinsames Abendessen

Samstag, 24. September 2016

VI   Moderation: Christian Walt

9:30–10:00   Gunter Martens (Zell a. H.): Zum Begriff des Werks

10:00–10:30   Johnny Kondrup (Kopenhagen): Der Text (und etwas über das Werk)

10:30–11:00   Esbjörn Nyström (Tartu): Text und Kommunikat – Überlegungen zu Gegenständen und ihren möglichen (editionswissenschaftlichen) Benennungen

11:00–11:45   Kaffeepause

11:45–14:00   Konkrete Planungen zur Vorbereitung eines editionswissenschaftlichen Handbuchs

 

Call for Papers

Als Beiträge erbeten sind problemorientierte, nicht primär definitorisch fixierende Vorträge. Methodisch liegt dieser Ausrichtung die Vorstellung zugrunde, dass Begriffe in Gegenstandsbereiche der Textüberlieferung eingeführt werden, weil man ihnen eine bestimmte Leistung bei der kritischen Klärung editorischer Problemlagen zuschreibt.

Die Vorträge (Dauer: 30 Minuten) sollten zunächst den Problemzusammenhang beschreiben, auf den eine bestimmte Begrifflichkeit zu antworten sucht und sodann die spezifische Leistung des begrifflichen Konzepts bestimmen. Um ein Beispiel zu geben: Es soll nicht primär darum gehen, was eine ›Fassung‹ ist, sondern erörtert werden, was der Fassungsbegriff im Kontext der Darstellung einer Überlieferung erschließt – und möglicherweise auch verdeckt.

Besonders erwünscht sind Beiträge, die sich klärend mit Termini beschäftigen, die häufig synonym verwendet werden, etwa Emendation vs. Konjektur, Kommentar vs. Erläuterung vs. Glosse, Variante vs. Lesart, Schicht vs. Arbeitsphase, Textänderung vs. Korrektur, Vorstufe vs. avant-texte usw.

Einsendeschluss für Themenvorschläge ist der 30. April 2016. Wir bitten um ein Exposé von einer Seite an die E-Mail-Adresse janina.reibold@uni-heidelberg.de.

Die Veranstaltung ist eine Initiative des Heidelberger Forum Edition.